Sascha Pogacar

Sascha Pogacar

Von Kindesbeinen an bin ich fasziniert von dem Einfluss und der Bedeutung des Neuen und den Veränderungen, die es für unser Leben und unsere Gesellschaft birgt. Ich studierte in Freiburg und Kassel Politikwissenschaften, Psychologie und Philosophie. Schon vor und während meines Studiums beschäftigte ich mich intensiv mit den Entwicklungen des Internet und gründete 1999 mit einem Partner eine Agentur für digitale Unternehmenskommunikation. Neben meiner Arbeit in Internet- und Kommunikationsprojekten, bildete ich mich als Coach und Unternehmensberater weiter oder beteiligte mich an Kunstprojekten. Nach einigen Jahren der Arbeit als Konzepter, Berater und Projektleiter war es dann Zeit für mich weiterzuziehen und die Agentur zu verlassen. Ich gründete ein eigenes Beratungsunternehmen und eine Familie. Heute – einige Jahre später – arbeite ich als teilzeitalleinerziehender Vater von drei Kindern in der Marketing- und Kommunikationsabteilung eines Fraunhofer-Institutes.

Vor vielen Jahren habe ich angefangen Rollenspiele zu spielen. Es war ein Zufall. Der Vater eines Bekannten bot für seinen Sohn und dessen Freunde eine Runde Schwarzes Auge an. Ich war dabei und begeistert. Seitdem hat mich das Rollenspielen und gemeinschaftliche Geschichtenerzählen nicht mehr losgelassen. Ich habe viele Charaktere gespielt und Abenteuer geleitet, Regelwerke, Szenarien und Abenteuer gelesen und erfunden. Gruppen aufgebaut, mich an welchen beteiligt und auch wieder verlassen. Sowohl online als auch offline. Dieses Hobby begeistert mich noch immer ungebrochen und die Geschichten, Dramen und Erlebnisse, die ich damit erleben durfte haben mir Spaß gemacht, mich gut unterhalten, an der einen oder anderen Stelle auch persönlich weitergebracht und ich möchte sie auf keinen Fall missen. Dafür danke ich allen beteiligten MitspielerInnen und SpielleiterInnen auf meinem Weg und den ErfinderInnen und SchöpferInnen dieser tollen Spiele, Abenteuer und Welten. Vielen Dank!

Aber dennoch ist nicht alles güldner Sonnenschein. Ich habe viele Stunden mit zähen und fruchtlosen Diskussionen in Gruppen verbracht, die sich nur mühsam auf ein Setting und Charaktere geeinigt haben, um dann doch nicht miteinander zu spielen. Ich habe viel Herzblut, Mühe und Zeit in die Vorbereitung von Abenteuern und Charakteren gesteckt, die lahm verpufften und nie richtig das Licht der Welt erblickten. Viele erfolgsversprechende Tage und Abende des gemeinsamen Rollenspiels haben voller Erwartung und Vorfreude begonnen, wurden dann aber öde, fade und schal. Was ein spannender, phantastischer Abend mit Freunden werden sollte, wurde eine ätzende Zeit- und Energieverschwendung, wollen Streit, Verletzungen und böser Worte.

Ich liebe das Rollenspiel und gemeinsame Geschichtenerzählen und glaube, dass darin, wie in allen anderen Kunstformen auch ein Potenzial steckt, das uns selbst als Menschen tief berühren, verändern und weiterbringen kann. In Unternehmensberatungs- und Coachingsprojekten habe ich gelernt, wie wichtig und machtvoll gelingende Kommunikation für nachhaltige Veränderung sein kann.

Ich bin des festen Glaubens, dass es möglich ist im Rollenspiel und gemeinschaftlichen Geschichtenerzählen Entdeckungen und Erkenntnisse zu machen, die für uns Menschen tiefgreifende Wirkungen entfalten können.
Über die Jahre habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, wie man dieses gemeinsame Erzählen gestalten kann, damit es möglichst gut sein Potential entfaltet.

Wenn wir uns das gemeinsame Erfinden, Erzählen, Spielen und Erleben von Geschichten zueigen machen, betreten wir einen Raum, bei dem wir den sichern Boden von geschriebenen, geprüften, ausgewählten, lektorierten und nach allen Regeln der Kunst produzierten Geschichten verlassen. Bei gemeinsam erzählten Geschichten lassen wir uns auf die Ideen, Gedanken und Gefühle anderer Menschen ein. Wir erzählen und erleben unsere Geschichten gemeinsam und kreuzen sie mit einem anderen großen Bereich des menschlichen Lernens und Erlebens: dem Spielen.

Wann, wenn nicht heute, in Zeiten, in denen alte Antworten nicht mehr zu funktionieren scheinen und wir neue Antworten auf neue Fragen brauchen, benötigen wir die gemeinsame Kreativität und Freude am finden und Ausprobieren neuer Antworten. Wo würde uns das besser gelingen als im gemeinsamen Spiel, in gemeinsam erzählten Geschichten?